Strapazierte Börsianer-Nerven: DAX zwischen Krisengipfel und Regierungsnotstand
Schon seit Tagen geht es mit dem DAX auf und ab: Die EU fasst Beschlüsse, ob aber nötige Maßnahmen folgen, bleibt spekulativ. Ein Krisengipfel folgt dem nächsten, Griechenland schickt internationale Märkte mit seinem Referendum auf Achterbahnfahrt, lässt selbige in Verdacht auf das Rückziehen des Referendum wieder erholen und setzt erneut auf internationale Verwirrung.

Die Woche endet für den DAX genauso turbulent wie sie angefangen hat und Anlegern werden starke Nerven abverlangt: In Aussicht auf eine Volksabstimmung zu den Milliardenhilfen aus der EU, die Griechenlands Regierung Papandreou zum Wochenbeginn ankündigte, stürzte der DAX, stieg aber, als Medien berichteten, Papandreou würde auf das Referendum verzichten. Das Einfrieren der Griechenlandhilfen hingegen schickte den DAX erneut auf Talfahrt – und so richtig wissen selbst Börsenexperten nicht, wohin die Reise für den Leitindex, der die Wirtschaftsstimmung widerspiegelt, gehen könnte. Die recht schwammige Voraussage, der DAX könne sich um die 6.000 Punkte-Marke einpendeln, stimmt jedenfalls – wenn man es großzügig betrachtet.
DAX: Einmal Himmel und zurück
Die dramatischen Ausuferungen der DAX-Entwicklung lässt sich in Zahlen wohl am besten darstellen: Nachdem in Brüssel der Schuldenschnitt beschlossen wurde, stieg der DAX von 5950 Punkten vor dem Krisengipfel auf 6430 Punkte. Als Papandreou am Dienstag das Referendum ankündigte, schloss der DAX bei 5834 Punkten. Kurzum: Einem Plus von acht Prozent folgte in nicht mal sieben Tagen ein Minus von mehr als neun Prozent.
Richtig auf und ab allerdings ging es am Donnerstag: Um rund fünf Prozent schwankte der DAX an nur einem Tag. Experten begründen das mit der Angst um ein Zerplatzen der Euro-Zone – und diese Angst ist heute nur verschoben, nicht aber aufgehoben.
Ein Freudentanz für risikobereite Spekulanten
In Griechenland geht es um nichts Geringeres als die Staatspleite, in der Euro-Zone auch um das Bestehen selbiger, für den griechischen Staatschef Papandreou um sein Amt und für die Börsianer und alles oder nichts. Prognosen, die über einen Tag hinausgehen, sind kaum mehr möglich, langfristig planen aktuell ein Ding der Unmöglichkeit. Spekulanten, die ihre Gelder an der Börse geschickt und mit einer gehörigen Portion Glück investieren, können das schnelle Geld machen. Experten raten Privatinvestoren allerdings dazu, auf solide Geldanlagen zu setzen und die Langfristigkeit dieser nicht aus den Augen zu verlieren. Können Anleger den Versuchungen an der Börse nicht widerstehen, sollte beachtet werden, sinnvoll zu streuen und nicht alles auf ein Pferd zu setzen.
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