Euro-Rettungsfonds: Deutschland und Frankreich streiten vor dem EU-Gipfel

Deutschland und Frankreich sind sich uneinig: Wie kann die Kapitalkraft des Euro-Rettungsfonds gestärkt werden? Zu eben diesem Thema startet morgen in Brüssel ein EU-Gipfel, am Sonntag reisen die Staats- und Regierungschefs der EU-Länder an und bis dahin sollten sich die beiden Länder über einen grundsätzlichen Weg geeinigt haben.

Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy: Krisenstimmung statt Vaterfreuden (Bild: flickr.com/ World Economic Forum)
Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy: Krisenstimmung statt Vaterfreuden (Bild: flickr.com/ World Economic Forum)

Europa steckt in einer gemeinsamen Krise, für die gemeinsam eine Lösung gefunden werden muss. Sich dieser Verantwortung bewusst, verpasst Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy am Mittwoch die Geburt seiner Tochter, um zu einem Krisengespräch nach Deutschland zu eilen – für die Rettung der gemeinsamen Währung. Vom Krisengespräch in Frankfurt mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kehrte Sarkozy allerdings ohne nennenswerte Ergebnisse zurück; Deutschland und Frankreich konnten sich nicht auf gemeinsame Lösungsvorschläge einigen.

Krisengipfel in Sicht: Die Zeit drängt!

Während Sarkozys Tochter nicht mehr in Erinnerung haben wird, ob ihr Vater bei ihrer Geburt mit Anwesenheit glänzte oder nicht, wird die Schuldenkrise, die seit 2007 als US-Bankenkrise startete und sich wie ein Fegefeuer auf Europa ausweitete, in die Geschichte eingehen. Deutschland und Frankreich, die beiden wichtigsten Euro-Länder, streiten über eine Lösung aus der Krise. Die Zeit drängt: In nur drei Tagen, wenn die Staats- und Regierungschefs zum Krisengipfel anreisen, wird Einigkeit erwartet.

Immerhin: Dass die Schlagkraft des Rettungsfonds EFSF erhöht werden muss, darüber herrscht Einigkeit. EFSF steht für European Financial Stability Facility und meint einen Zweckverbund der EU-Mitgliedsstaaten, der garantiert, dass finanziell in Not geratenen EU-Ländern mit kurzfristigen Krediten ausgeholfen wird. Die Fronten sind verhärtet: Deutschland setzt auf Versicherungen, Frankreich erwartet Banklizenzen. Einigen sich Frankreich und Deutschland nicht auf einen gemeinsamen Weg, wird der Euro-Gipfel am Sonntag zu keinem Ergebnis führen können.

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