Geldanlagen: Die Mischung macht‘s

Anleger sind verunsichert: Die Entwertung der Ersparnisse schreitet schleichend voran. Geldanlagen müssen klug gemischt werden, um in Krisenzeiten eine Chance zu haben – nicht, wie aktuell, vorrangig auf Gold oder andere Anlagen ausgerichtet zu sein. Ein gesunder Mix aus Zinsanlagen, Aktienfonds und nicht mehr als zehn Prozent Gold oder Immobilien steuern der Entwertung der Geldanlagen entgegen.

Der Goldpreis unterliegt starken Schwankungen (Bild: flickr.com/digitalmoneyworld)
Der Goldpreis unterliegt starken Schwankungen (Bild: flickr.com/digitalmoneyworld)

Gut gemischt ist halb gewonnen: Das trifft wohl den Kern, wenn Geldanlagen erfolgreich sein sollen. Die Herausforderung, der sich Sparer stellen müssen, liegt darin, dass die Inflationsrate höher als die mögliche Rendite ausfällt. Kurz- und langfristige Geldanlagen, das gehört mit zu diesem Problem, werfen nicht sonderlich viel ab, sodass es keinen Sinn machen würde, wenn sich Sparer lange an eine Anlage binden. Das macht Tages- und Festgelder derzeit so attraktiv: Ihre Laufzeiten sind kurz, das Tagesgeld ist sogar täglich verfügbar, und ihre Zinsen nicht viel geringer als die langfristiger Anlagen.

Gold und Immobilien

Anleger vermuten, in Gold eine ziemlich sichere Anlage zu finden, schließlich raten Experten in inflationsstarken Zeiten gerne dazu. Die Sache ist allerdings die: Der Goldpreis unterliegt in extremem Maße Schwankungen. Zwar steigt der Goldpreis seit dem letzten Jahrzehnt fast kontinuierlich, aber wie die Zukunft aussieht, ist schwer vorherzusagen. Das zeigt ein Blick auf die letzten zwei Jahrzehnte: Zwischen 1980 bis 2000 ist der Goldpreis insgesamt gesunken. Vermögen in Gold anzulegen, ist nicht nachteilig, allerdings sollte der Anteil lediglich bis zu zehn Prozent aller Geldanlagen liegen.

Als sehr solide Anlagen gelten Immobilien; gerade aktuell lohnt es sich, Häuser oder Wohnungen zur Selbstnutzung zu erwerben. Denn zum einen entfällt dann die monatliche Mietzahlung, zum anderen werden Immobilienkredite derzeit extrem günstig vergeben. Allerdings sollten sich Käufer der Sache bewusst sein, dass dieser Immobilienerwerb für langfristig sein muss. Angenommen, es stünde aufgrund eines Jobwechsels oder sonstiger Umstände ein Umzug an, müsste das Risiko einkalkuliert werden, mit Verlusten wieder zu verkaufen.

Da das Leben schlecht planbar ist, ist es wichtig, sich in diesem Fall für gute Immobilien zu entscheiden – denn selbst, wenn der Markt boomt, sind nicht alle Immobilien gut verkäuflich. In Gegenden mit schlechter Infrastruktur und hoher Arbeitslosigkeit sind Immobilien zwar billig zu erwerben, aber eben auch schwer zu verkaufen – langfristig muss sogar mit einem Preisverfall gerechnet werden. Auch Grundstücke an viel befahrenen Straßen oder in Einflugschneisen machen sich beim Verkauf nicht sonderlich gut.

Liquide bleiben!

Weder bei Gold noch bei Sachanlagen oder langfristig festverzinsten Anlagen macht es Sinn, sämtliche Konten zu plündern. Dieser Punkt ist gerade bei Sachanlagen wie Immobilien, aber auch Kunstwerken von Bedeutung: Es kann dauern, bis sich ein Käufer findet, sodass sie in den seltensten Fällen schnell zu Liquidität führen können. Heißt: Haben Anleger genügend Geld in der Hinterhand, gibt es kein Problem. Wenn nicht, sollten Sachanlagen eher ignoriert werden.

Aktien schaffen Unternehmensmitbesitz

Aktuell sind die Aktien auf Berg- und Talfahrt. Im Hinterkopf behalten sollten Anleger dennoch, dass Aktien ebenfalls zu den Sachwerten zählen und sie damit Anteile an Unternehmen erwerben. Sie sind also beteiligt am Unternehmensbesitz, den Produkten und Patenten der Firma. Es ist allerdings schwierig, die Wörter „Aktien“ und „Sicherheit“ sinnvoll in einem Satz zu verwenden, denn starke Kursschwankungen zeichnen ein anderes Bild und Medienberichte von Verlusten wollen gerade in Krisenzeiten nicht abreißen.

Wer allerdings auf Langfristigkeit bei Aktien und Aktienfonds setzt und zudem Anteile an Firmen erwirbt, die sich als solide erweisen, weil sie bereits jahrelang am Markt vertreten sind und insgesamt keine großen Verluste schreiben, wird Sicherheit erleben können. Geht es wirtschaftlich turbulent zu, können Neuaktionäre sogar sehr günstig einsteigen. Wirft man einen Blick zurück, zeigt sich, dass der internationale Aktienmarkt voll mit Beispielen ist, die höhere Renditen erzielten als sonstige seriöse Geldanlagen.

Unabdingbar ist, auf das richtige Pferd zu setzen. Privatanleger werden letztlich nichts davon haben, ihr Geld in eine einzige Aktie anzulegen, denn dadurch werden sie abhängig vom Erfolg dieser einen Firma. Die wirtschaftliche Lage, Marktstellung und Zukunftsprognosen der Unternehmen, in die man zu investieren gedenkt, sollten genau überprüft werden, was hohe Fachkenntnisse voraussetzt, um Zahlen richtig interpretieren zu können. Beteiligungen an Aktienfonds ermöglichen es, sich indirekt an vielen Unternehmen zu beteiligen und damit die Gewinnaussichten deutlich zu erhöhen: Selbst wenn eines der beteiligten Unternehmen Verluste schreibt, können die anderen für einen Ausgleich sorgen.

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