Investmentfonds: Mit mehreren Sparern Fondsvermögen erzielen

Die Grundidee eines Investmentfonds ist simpel und effizient: Das Geld mehrerer Sparwilliger landet in einem Investmenttopf. Die Verwaltung dieser so angesparten Geldmenge übernimmt ein professioneller Geldmanager, dessen Ziel es ist, das Fondsvermögen so gewinnbringend wie möglich in Aktien, Anleihen oder Immobilien zu verteilen. Die ständige Verfügbarkeit des angesparten Geldes ist einer der Vorteile von Investmentfonds.

Investmentfonds rechnen sich für verschiedene Anlagetypen (Bild: flickr.com/kenteegardin)
Investmentfonds rechnen sich für verschiedene Anlagetypen (Bild: flickr.com/kenteegardin)

Dass eine Streuung der Gelder für sinnvoll gestaltete Anlagen unabdingbar ist, erklären Experten immer wieder; genauer gehen wir darauf im Ratgeber „Geldanlagen: Die Mischung macht's“ ein. Eine solche Mischung entsteht im Rahmen von Investmentfonds, bei denen das Geld in Anleihen, Aktien und Immobilien gestreut wird. Als vorteilig lässt sich zweifelsfrei die ständige Verfügbarkeit des Fondsvermögens erwähnen, denn Investmentfonds lassen sich jederzeit verkaufen.

Fonds für sicherheitsbedachte und risikofreudige Anleger

Die eingangs erwähnte Verteilung des Fondsvermögens macht bereits deutlich, dass Gelder nicht selten in spekulative Geschäfte investiert werden. Das geht mit einer gewissen Risikobereitschaft einher – bevor also Investmentfonds abgeschlossen werden, ist es wichtig, sich über seine eigene Anlagestrategie bewusst zu werden. Wo liegen die persönlichen Bedürfnisse und erwartungen? Wie weit geht die Risikobereitschaft des Anlegers? - Das spekulative Geschäft ist grundsätzlich so ausgerichtet, dass jene Anleger, die zu einem höheren Risiko bereit sind, auch mit höherer Rendite rechnen können. Weniger schwankende Fonds gehen mit erhöhter Sicherheit einher – aber auch mit geringeren Renditechancen. Rentenfonds gehören als festverzinsliche Wertpapiere zu den risikoarmen Möglichkeiten, Länder- oder Branchenfonds, deren Anlagefokus auf Aktien liegt, sind hingegen hochspekulativ und damit risikoreich.

Rentenfonds kurz erklärt

Rentenfonds sind Investments in Schuldverschreibungen von Staaten oder Unternehmen. Bedeutet: Wie sich diese Papiere entwickeln, ist eng an der Entwicklung der Kapitalmarktzinsen gebunden. Mögliche Prognosen über diese Entwicklung können nur schwer getroffen werden, grundsätzlich gilt: Die Schuldverschreibungen steigen in ihrem Wert, wenn die Zinsen sinken. Wertschwankungen wirken sich insbesondere dann auf Rentenfonds aus, wenn die Investitionen in Schuldverschreibungen mit sehr langer Restlaufzeit investiert werden. Ein weiteres Risiko liegt in der Möglichkeit, dass Schuldner ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen können. Auch Währungsrisiken sind dann gegeben, wenn die Rentenfonds in Fremdwährungsanleihen investiert werden. Sogenannte Rentenindexfonds richten sich in ihrer Zusammensetzung nach einem Rentenindex und mit Rentenindexfonds gelingt es Sparern, die Kosten gering zu halten. Denn sie zählen oft nur ein Fünftel derer, die für Rentenfonds anfallen, die für gewöhnlich auf Provisionsbasis offeriert werden.

Immobilienfonds: Investieren in Wertsteigerungen

Anleger, die in Immobilienfonds investieren, spekulieren darauf, ob der Wert einer Immobilie steigt und ob Mieterträge erzielt werden, wobei die Fonds vorrangig in vermitete Gewerbeobjekte investiert werden. Währungsschwankungen können die Rendite beeinflussen, wenn ausländische Immobilien im Portfolio enthalten sind – die damit einhergehenden Risiken können höher ausfallen als bei Rentenfonds. Zwingt die Marktlage dazu, offene Immobilienfonds zu schließen, ist dies jederzeit möglich – dann allerdings kann die Rückgabe der Anteile an die jeweilige Kapitalanlagegesellschaft über Monate oder Jahre hinweg ausgeschlossen werden. Dennoch lassen sich die Fondsanteile an der Börse verkaufen; Wertabschläge müssen dann oft in Kauf genommen werden. Da oft nur Teile der Erträge aus Immobilien-Investmentfonds steuerpflichtig sind, können sie trotz ihrer hohen Risiken eine gute Ergänzung zu den Rentenfonds darstellen.

Aktienfonds für risikofreudige Anleger

Größere Wertschwankungen und damit einhergehend Verlustmöglichkeiten sind Bestandteil von Investmentfonds, die sich nach den Aktien im Portfolio richten, wenn also Aktien vorherrschender Bestandteil des Investmentfonds sind. Je mehr allerdings im Rahmen des Aktienportfolios gestreut wird, umso niedriger fällt das Verlustrisiko aus – bedeutet: Idealerweise werden Aktien aus den Branchen chemische Industrie, Nahrungsmittelindustrie und Finanzdienstleistungen gemixt. Auch eine länderübergreifende Streuung vermindert das Verlustrisiko. Daraus folgend können die Währungsrisiken eine bedeutendere Rolle spielen; um diese zu begrenzen, kann der Anlageschwerpunkt auf die Eurozone gelegt werden. Mittels Aktienindexfonds (ETFs) lassen sich die laufenden Jahreskosten der Aktienfonds, die auf Provisionsbasis verkauft werden, senken: Oft betragen die Kosten nur ein Zehntel von denen, die Aktienfonds verschlingen.

Aufschläge und Entgelte bei Investmentfonds

Die Erträge, die mit Investmentfonds erzielt werden können, werden durch Ausgabeaufschläge, Verwaltungsentgelte und sonstige Kosten geschmälert, sodass bei der Suche nach geeigneten Investitionsmöglichkeiten die Kostenfaktoren nicht außer Acht gelassen werden sollen. Als Ausgabeaufschläge werden Vermittlungsentgelte für die Fonds bezeichnet, Verwaltungskosten fallen einmal jährlich für die Kapitalverwaltung an. Weiter kann eine Vertriebsprovision für die Vermittlung des Fonds berechnet werden. Geschichtes Verhandeln kann die Ausgabeaufschläge reduzieren, manchmal gelingt es Sparern auch, in Bezug auf die Vertriebsfolgeprovision zu verhandeln. Beide Entgelte sparen sich Interessenten, wenn Indexfonds (ETFs) ausgewählt werden, außerdem sind die Kapitalanlagekosten geringer: Da sie über die Börse gehandelt werden, fallen bankübliche Transaktionskosten lediglich beim Erwerb und Verkauf an.

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