Private Altersvorsorge: Altersvorsorgekonto als Riester-Alternative

Experten wie beispielsweise die des Magazins Ökotest sehen die Riester-Rente immer mehr ihren Sinn verfehlen – die private Altersvorsorge führe in dieser Form in eine Sackgasse. Die Rufe nach Alternativen werden lauter, beispielsweise nach einem Altersvorsorgekonto. Was das ist und wie es funktionieren soll, erklärt der folgende Ratgeber.

Ist das Altersvorsorgekonto eine gute Alternative zur Riester-Rente? (Bild: flickr.com/Images_of_Money)
Ist das Altersvorsorgekonto eine gute Alternative zur Riester-Rente? (Bild: flickr.com/Images_of_Money)

Im Januar 2012 berichtete die Ökotest über die DIW-Studie „10 Jahre Riester-Rente“ und fühlte sich in der Annahme bestätigt, dass diese Form der privaten Altersvorsorge keine Zukunft habe: Die „Rendite der Verträge sei oft so schlecht wie beim Sparstrumpf“, zitiert das Fachmagazin die Studieninhalte. Der Ruf nach einer Alternative wird lauter: Neben der Ökotest plädiert auch die Verbraucherkommission Baden-Württemberg auf ein Altersvorsorgekonto (AVK), um „einfach, kostengünstig und absolut transparent“ fürs Alter sparen zu können.

Wie kam es zur Idee des Vorsorgekontos?

Im November 2011 feierte die Riester-Rente zehnjähriges Jubiläum und rund 15 Millionen Riester-Verträge wurden bis dahin abgeschlossen, was die Bundesregierung als Erfolg verbucht. Neuerungen, die seit 2012 greifen, ließen allerdings noch mehr Kritiker aufs Parkett treten: Noch unattraktiver als ohnehin schon, resümieren die Skeptiker.

Einer der größten Kritiker ist die Ökotest: „Die Kosten fressen die Zulagen auf“, erklärt das Verbrauchermagazin, zudem seien die Riester-Produkte „intransparent, teuer und unflexibel“. Die Verbraucherkommission Baden-Württemberg brachte die Alternative zur Riester-Rente, das sogenannte Altersvorsorgekonto, erstmals 2010 ins Gespräch, die Ökotest schließt sich mit der Forderung „Riester-Rente abschaffen, ein Altersvorsorgekonto einführen“ dem Tenor an.

Systemwechsel in der Altersvorsorge

Sich für das AVK einsetzend, forderten die Verbraucherminister die Bundesregierung dazu auf, die Möglichkeiten zum Altersvorsorgekonto zu prüfen – ohne dass etwas geschah. Jürgen Stellpflug, seines Zeichens Ökotest-Chefredakteur, erklärt die Überlegungen zum AVK: „Wir haben uns die Frage gestellt: Wie schaffen wir es, dass die Menschen tatsächlich privat für ihr Alter vorsorgen und nicht in die Altersarmut rutschen? 15 Millionen werden als Erfolg gefeiert, dabei müssten es drei Mal so viele sein.“ Es reiche nicht aus, lediglich Korrekturen an den aktuellen Riester-Produkten vorzunehmen, so Stellpflug, denn aktuell stünde nicht die Altersvorsorge im Fokus, sondern die Maximierung des Gewinns von Versicherungsgesellschaften. Ein Systemwechsel sei der einzige Weg.

Altersvorsorgekonto: Wie soll das funktionieren?

Um das Ziel, einfach, kostengünstig und transparent zu sein, erfolgreich durchsetzen zu können, soll das AVK von einer nicht-gewinnorientierten Institution angeboten werden, beispielsweise die Deutsche Rentenversicherung Bund. Verwaltungskosten würden damit gering ausfallen, auf Kunden abgewälzte Kosten wie die für den Vertrieb, Wechsel- oder Abschlussgebühren sogar entfallen. Das Prinzip könne ähnlich wie ein Banksparplan ausfallen, anschließend ließen sich verschiedene Chancen-/Risiko-Modelle entwickeln und die staatliche Förderung könne mittels steuerlichen Begünstigungen oder Zulagen erfolgen, ähnlich den aktuellen Riester-Verträgen.

Angestrebte Vorteile zur Riester-Rente

Die Befürworter des Altersvorsorgekontos bevorzugen die Idee, das angesparte Kapital vererbbar werden zu lassen – etwas, was aktuellen Riestersparmodellen fehlt. Weiter solle das sogenannte Langlebigkeitsrisiko abgesichert werden: Aktuell müssen Versicherungen die Rentenauszahlungen übernehmen, wenn Rentenbezieher älter als 85 Jahre werden, wofür Versicherungsgesellschaften gut und gerne bis zu 40 Prozent des angesparten Kapitals verlangen. Realistisch seien laut Stellpflug zehn bis 15 Prozent; das Langlebigkeitsrisiko solle künftig vom Steuerzahler abgedeckt werden. Gegenfinanzieren würde das die geringere Gefahr der Altersarmut, die durch das Altersvorsorgekonto entstünde.

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