Schlussratenfinanzierung beim Autokauf

Bei der Finanzierung eines Autos wird häufig eine Schlussrate vereinbart, mit der das Kfz den Eigentümer wechselt. Dieser Schlussrate liegt die Kalkulation bis dahin gezahlter Raten zugrunde und sie ist bereits beim Kaufabschluss festgelegt. Ist die Schlussrate beim Autokauf allerdings so hoch, dass sie finanziert werden sollte, lohnt es sich, diverse Überlegungen einzubeziehen.

Die Anschlussfinanzierung beim Autokauf will überlegt sein (Bild: Bianca Ziegler)
Die Anschlussfinanzierung beim Autokauf will überlegt sein (Bild: Bianca Ziegler)

Ob Edelwagen oder Familienkutsche: Ein Autokauf ist teuer. Mit der Schlussrate geht der Eigentum des Autos an den Käufer über – übersteigt diese Schlussrate allerdings die liquiden Mittel, bietet sich die Schlussratenfinanzierung an. In der Regel beträgt die Schlussrate zirka ein Drittel des Neuwerts.

Schlussratenfinanzierung: Vor- und Nachteile

Ein entscheidender Vorteil ist die Tatsache, dass die Schlussrate günstig in neue Raten gesplittet werden kann – gerade aktuelle Finanzkrisen lassen die Zinsen für Ratenkredite im Allgemeinen und Autokredite im Besonderen nach unten schnellen. Einen günstigeren Zeitpunkt kann es also kaum geben. Und bevor eine nur schwer oder gar nicht zu bewältigende Summe eventuell sogar Existenzängste hervorruft, macht es Sinn, diese günstigen Konditionen für den Autokauf beziehungsweise die Schlussratenfinanzierung zu nutzen. Wichtig zu wissen ist, dass die Schlussratenfinanzierung nicht unbedingt bei dem Kreditinstitut vorgenommen werden muss, bei dem der Wagen bisher finanziert wurde. Ein Finanzierungsvergleich, kostenlos im Web zu finden, bringt die günstigsten Konditionen ans Tageslicht, wobei auch etwaige anfallende Finanzierungsgebühren beachtet werden sollten.

Auch der Nachteil der Schlussratenfinanzierung liegt auf der Hand: Autokäufer binden sich weiterhin an einen Ratenkredit und können das Auto erst nach Abschluss dieser Finanzierung ihr Eigen nennen. Da der Großteil mittlerweile allerdings um die bereits gezahlten Raten gezahlt wurde, ist dieser Nachteil marginal, aber im Einzelfall durchaus zu bedenken. Um diesen Nachteil zu schmälern, lohnt es sich, die Laufzeit so gering wie möglich zu halten – das drückt auch die Kreditzinsen weiter nach unten. Allerdings sollten Überschuldungen durch zu hohe Raten ebenfalls vermieden werden.

Beispielrechnungen zur Schlussratenfinanzierung

Neuwagen-Barpreis 25.122,58 €   Laufzeit 36 Monate
abzüglich Anzahlung 4.100,00 €   effektiver Jahreszins 5,99 %
Finanzierungbetrag 21.022,58 €   Schlussrate 12.561,29 €

Aus diesen Daten ergibt sich eine monatliche Rate von 367,82 €. Nach dem 35. Monat stünde die Schlussrate von 12.561,29 € an, die nun wieder finanziert wird. Im Beispiel wurden die Zinsen wieder nach oben korrigiert – damit sollten Autokäufer rechnen:

Finanzierungsbetrag 12.561,29 €   Laufzeit 24 Monate
effektiver Jahreszins 6,90 %   Gesamtkreditbetrag 13.455,12 €
Finanzierungsbetrag 560,63 €      

Angenommen, diese Raten sind zu hoch für den Beispielkäufer. Er verlängert die Laufzeit auf 36 Monate und es ergibt sich:

Finanzierungsbetrag 12.561,29 €   Laufzeit 36 Monate
effektiver Jahreszins 7,90 %   Gesamtkreditbetrag 14.092,62 €
Finanzierungsbetrag 391,46 €      

Hätte sich die finanzielle Situation des Beispielkäufers in der Zwischenzeit allerdings so geändert, dass er höhere Raten in Kauf nehmen kann, ändert sich die Kalkulation wie folgt:

Finanzierungsbetrag 12.561,29 €   Laufzeit 12 Monate
effektiver Jahreszins 5,35 %   Gesamtkreditbetrag 12.919,20 €
Finanzierungsbetrag 1.076,60 €      

Eine weitere Möglichkeit wäre, dass der Beispielkäufer eine Anzahlung in Höhe von 2.500 € für die Schlussratenfinanzierung leistet. Die Rechnung würde bei 24-monatiger Laufzeit so ausfallen:

Finanzierungsbetrag 10.061,29 €   Laufzeit 24 Monate
effektiver Jahreszins 6,90 %   Gesamtkreditbetrag 10.777,17 €
Finanzierungsbetrag 449,05 €      

Hinterlasse eine Antwort