Unterhaltskosten fürs Kfz: Was kostet Autofahren eigentlich?
Spätestens mit dem Kauf eines eigenen Autos steht man der Frage gegenüber, was das Autofahren eigentlich kostet. Anschaffungskosten, Steuern, Benzin und die Versicherung sind die Punkte, die unter anderem bedacht werden sollten. Dieser Ratgeber soll Aufschluss darüber geben, welche Kosten fürs Autofahren anfallen.

Kfz-Steuer: Wonach wird berechnet?
Mit dem 01. Juli 2009 wurde trat die Kraftfahrzeugsteuerreform in Kraft, die zwischen Fahrzeugen wie folgt unterscheidet: Die sogenannte "Günstigerregelung" trifft auf Pkw zu, die zwischen dem 05. November 2008 und dem 30. Juni 2009 zugelassen wurden. Kalkuliert nach der Schadstoff-Schlüsselnummer und dem Motor-Hubraum werden jene Pkw, die vor dem 05. November 2008 zugelassen wurden, und jene Fahrzeuge, die ab Juli 2009 zugelassen wurden (jeweils Erstzulassung), sind von der eben erwähnten Reform betroffen.
Erstzulassung vor 01. Juli 2009
Hier gilt: Die Steuern berechnen sich aus dem Motor-Hubraum und der Schadstoff-Schlüsselnummer. Diese Schlüsselnummern befinden sich bei alten Fahrzeugscheinen unter "Schlüsselnummer", bei ab 2006 ausgestellten Zulassungsbescheinigungen im Feld 14.1 (s. Abb. 1). Die beiden letzten der dort vermerkten Ziffern sind jeweils relevant für die Berechnung. Die konkreten Kfz-Steuersätze können der Website des ADAC oder diesem PDF-Dokument (Seite 2) entnommen werden.

Abb. 1: Schadstoff-Schlüsselnummern Quelle: ADAC
Erstzulassung zwischen 05.11.2008 bis 30.06.2009
Für diesen Zeitraum kommt die sogenannte "Günstigerregelung" zum Tragen: Entweder es gilt die Hubraum-Berechnung oder die Kalkulation nach den CO2-Werten – der günstigste Betrag wird fällig. Handlungsbedarf seitens des Fahrzeughalters wird nicht vorgesehen; das Finanzamt berechnet, welche der Kalkulationsmethoden günstiger und damit gültig ist.
Erstzulassung ab 01. Juli 2009
Sowohl Motorhubraum als auch CO2-Wert zählen seit Juli 2009; einige Berechnungsbeispiele sind unter Abb. 2 zu finden. Für Ottomotoren zahlen Fahrzeughalter einen Sockelbetrag von 2,00 €, für Dieselmotoren sind es 9,50 € je angefangene 100 cm3 Hubraum. Auch dafür stellt der ADAC entsprechende Steuertabellen auf o. e. Website bereit; alternativ gibt es hier den PDF-Direktdownload für Otto-, hier für Dieselmotoren.
Der in Abhängigkeit der CO2-Belastung kalkulierte Steuerbetrag (Wert angezeigt in g/km) ist in den Fahrzeugpapieren festgehalten: In der Zulassungsbescheinigung Teil I im Feld V.7. Je g/km fallen ab einem Steuerfreibetrag von 120 g/km 2,00 € an; der steuerfreie Grenzbetrag wird künftig schrittweise als Reaktion auf sparsamere Kraftfahrzeuge wie folgt herabgesetzt: Ab 2012 gelten 110 g/km, ab 2014 sind es 95 g/km.
Als Anreiz für Diesel-Pkw nach Euro 6 gibt der Gesetzgeber eine steuerliche Förderung von 150 €. Dies gilt ausschließlich für Kfz-Halter, die ihr Fahrzeug ab dem 01. Januar 2011 erstmalig zulassen und kann bis spätestens 31. Dezember 2013 beansprucht werden. Bis dahin nicht geltend gemachte Steueransprüche verfallen. Gesonderte Steuerregelungen gelten zudem für:
- Elektromotoren: Steuerbefreiung für fünf Jahre nach Erstzulassung.
- Drehkolben-/Wankelmotoren: Analoge Besteuerung zu Ottomotoren.
- Hybridfahrzeuge und Alternativantriebe (Gas, Ethanol, Pflanzenöl, Biodiesel, etc.): Besteuerung wie Verbrennungsmotoren (Otto/Diesel) zzgl. CO2-Regelung.

Abb. 2: Schadstoff-Schlüsselnummern (Quelle: ADAC)
Welche Kosten fallen außerdem an?
Am Anfang steht natürlich der Autokauf, also die Anschaffungskosten. Je nachdem, ob diese Kosten bar bezahlt werden können oder in Raten getilgt werden sollen, kommen noch etwaige Finanzierungskosten (Gebühren und Zinsen; ein Finanzierungsvergleich lohnt sich) hinzu. Die Frage, ob sich eine Schlussratenfinanzierung lohnt, erörtern wir an dieser Stelle. Weiter kommt die Versicherung hinzu: Haftpflicht ist, wie der Versicherungsname bereits erklärt, Pflicht für jeden Kfz-Halter. Die monatlichen Kosten können zwischen 15 € bis 25 € liegen. Bei Neuwagen wird die Vollkasko empfohlen, bei alten Modellen die Teilkasko. Kosten zwischen 15 € bis 30 € pro Monat können entstehen. Hinzu kommen freiwillige Versicherungen, wobei Vorsicht geboten ist: Experten halten etwa Insassenversicherungen für unnötig, da diese bereits im Rahmen der Kfz-Haftpflicht abgesichert sind.
Je nach Verbrauch entstehen außerdem Spritkosten: Pro 100 km können diese zwischen 7 € und 30 € liegen. Auch der Wertverlust von Autos geht auf die Soll-Seite der Fahrbilanz und ist wieder sehr vom Modell abhängig: Beginnend ab zirka 1.500 € sind dem Wertverlust nach oben hin kaum Grenzen gesetzt. Während ein Fiat 500 1.2 8V mit 69 PS auf monatliche Gesamtkosten von 313,00 € (inklusive Haftpflicht, Vollkasko, Sprit bei einem Verbrauch von 5,1 l/100 km und Wertverlust von 1.500 € bei 15.000 km Jahresfahrleistung) kommt, kann man bei einem BMW 760i mit 544 PS mit monatlichen Gesamtkosten von saftigen 3.093 € (inklusive Haftpflicht, Vollkasko, Sprit bei einem Verbrauch von 12,9 l/100 km und Wertverlust von 26.900 € bei 15.000 km Jahresfahrleistung) rechnen. Eine sehr übersichtliche Tabelle dazu, der auch die eben erwähnten Daten entnommen sind, stellt die Auto-Motor-Sport zur Verfügung (Direktdownload im PDF).
Entwicklungen beim Benzinpreis
Der ADAC beobachtet die Benzinpreisentwicklung schon seit geraumer Zeit und dokumentiert diese übersichtlich (s. Abb. 3). Innerhalb dieser Entwicklungen konnte der Autoclub feststellen, dass das Tanken sonntags am günstigsten und freitags am teuersten ist: In Deutschland lagen die durchschnittlichen Tageskraftstoffpreise im Jahr 2010 (Super) sonntags bei 1,387 €/Liter, freitags hingegen bei 1,421 €/Liter (s. Abb. 4).

Abb. 3: Entwicklung des Benzinpreises zwischen 1998 bis 2010 (Quelle: ADAC)

Abb. 4: Kraftstoffpreise im Wochentagsvergleich (Quelle: ADAC)
Aktuelle Preise für günstige Autos bis zum Luxuswagen

Bugatti Veyron 16.4 Grand Sport (Bild: flickr.com/cmonville)
Liebhaber sind gern bereit, Millionen für ihre motorisierte Leidenschaft hinzulegen. Deshalb kommen im Folgenden zunächst die fünf teuersten Autos der Welt – und anschließend kehren wir mit den günstigsten zurück in die Realität des Durchschnittsverbrauchers.
Der Koenigsegg Trevita ist mit 2,21 Millionen Dollar (umgerechnet rund 1,6 Millionen €) zweifelsfrei richtig auf der Liste der weltweit teuersten Autos. 1.018 PS sorgen für Power, die in 2,9 Sekunden von 0 auf 100 treibt.
Dahinter steht der Bugatti Veyron 16.4 Grand Sport (s. Foto), der für 2 Millionen Dollar (ca. 1,5 Millionen €) seinen Besitzer wechselt. 1.001 Pferdestärken treiben die handgefertigte Luxuskarosse binnen 2,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h – seine Spitzenleistung ist mit 400 km/h erreicht.
1,8 Millionen Dollar (ca. 1,3 Millionen €) blättern Liebhaber für den Pagani Zonda Cinque Roadster hin, der 3,4 Sekunden braucht, um von 0 auf 100 km/h getrieben zu werden.
Für 1,52 Millionen Dollar (ca. 1,14 Millionen €) kann der Lamborghini Reventón Roadster und für 1,42 Millionen Dollar (ca. 1 Million €) der Lamborghini Reventón erworben werden: Zwei echte Hingucker! Der Reventón wurde in einer limitierten Auflage von nur 22 Fahrzeugen produziert, die mit 650 PS aufwarten, der Roadster punktet mit 670 PS und einer Auflage von nur 20 Stück.
Das zweifelsfrei billigste Auto der Welt, der Tata Nano, stammt aus Indien und wird in seinem Heimatland für umgerechnet 2.000 € angeboten. Der Kleinwagen wurde für den europäischen Markt etwas aufgehübscht und soll hierzulande mit besserer, aber doch einfacher Ausstattung, bestehend aus voller Sicherheitsausstattung und einem Dreizylinder-Dieselmotor mit 68 PS, für 5.000 € angeboten werden – das allerdings ist noch Zukunftsmusik, die in fünf Jahren mit Pauken und Trompeten erwartet wird. Aktuell gehören zu den billigsten Autos: Der Dacia Sandero 1.4 für 6.990 €, der Dacia Logan 1.4 für 7.300 €, der Chevrolet Matiz 0.8 für 7.690 € und der Nissan Pixo für 8.180 €. Alle genannten Modelle rufen Unterhaltskosten von monatlich zirka 300 bis 400 € hervor (inklusive Spritkosten, Wertverlust und Versicherungen).
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